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Klassische Zeichenwerkzeuge - Der Farbstift

 

Die Herstellung von Farbstiften geht Hand in Hand mit der Erfindung der künstlichen Minenherstellung und Fabrikation von Bleistiften – ist jedoch anspruchsvoller. Für die Herstellung eines Farbstiftes sind über 25 Arbeitsschritte notwendig.

 

"Was ich nicht gezeichnet habe, habe ich nicht gesehen."  J.W. v. Goethe

 

farbstift  Moderner Farbstift mit Holzfassung 

 

Die Zusammensetzung der Rohstoffe für Farbstifte umfasst Farbpigmente, Kaolin (Porzellanerde), Bindemittel und Wachse/Fette. Die Rezeptur eines Farbstift-Teigs ist komplexer, da die Farbpigmente unterschiedlicher Natur sind. Eine exakte Abmischung und Abstimmung aller Komponenten ist dabei wichtig.

 

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Farbpigmente                                                 Kaolin                      Mischung mit Bindemittel                   Wachs/Fett

 

Minenherstellung

Aus einem Kilo dieser Mischung entstehen etwa 240 Minen, die mit 200 Tonnen Druck durch eine Düse gepresst und in gleich lange Stücke geschnitten werden.

Die noch weichen Minenstränge werden dann bei 80 Grad Celsius getrocknet – ähnlich wie bei der maschinellen Spaghetti-Fabrikation.

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Das anschliessende Fett/Wachsbad bei 80 Grad Celsius macht die Minen erst richtig schreib- und zeichenfähig. Die Farbstiftminen werden während 12 Stunden in den heissen Flüssigbädern gelagert bis sie vollständig vom Fett/Wachs-Gemisch durchtränkt sind.

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Zur Holzfassung

Holzstruktur der Flusszeder: gleichmässiger Wachstum ist unabdingbar für die Nuten-Fräsung.

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Nur bestimmte Holzarten eignen sich für die Blei- und Farbstiftproduktion. Verwertbar sind nur Hölzer mit regelmässiger Holzstruktur. Siehe Vergleich zweier Holzarten:

tannen unten: Tannenholz

 

Die Bäume werden in Plantagen speziell gezüchtet und verarbeitet. Um die Holzplättchen besser zu verarbeiten, wird das Holz mit Wachs imprägniert und wird dabei weich wie Butter.

 

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Nutenfüllung mit Minen (Sandwichverfahren)

 

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Nächster Schritt ist die maschinelle Fräsung der Endform des Farbstiftes – meist eine hexagonale Form, die bei der Herstellung ergiebiger und für die Benutzer praktischer ist. Elf hexagonale kommen auf einen runden Stift.

 

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Zum Schutz und besserer Erkennung werden die Stifte mit einem Farblack überzogen und mit Angaben bedruckt.

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Die Verkapselung ist nicht eine ästhetische Verschönerung, sondern hat auch eine funktionale Bedeutung: sie verhindert das Austrocknen der Wachsminen und bewirkt eine sehr lange "Lebensdauer" des Stiftes.

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Die Auswahl an Farbtönen ist bei Trockenstiften (Farbstifte, Pastell usw.) sehr gross.Farben-Mischen mit halbtrockenen Zeichenmedium ist schwieriger als bei Flüssigfarben.

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Nahaufnahme eines Malgrundes - hier ein Papier mit Fasern. Der mechanische Abrieb (mit Finger- und Handruck) ergibt in Verbindung mit dem Malgrund (sanitiert oder gekörnt) eine charakteristische Oberflächenkolorierung.

 

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Wichtigstes Qualitätsmerkmal eines Farbstiftes ist das gleichmässige "Abriebverhalten" (Beispiele einer mechanischen Testreihe)

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Spezielle Wachs-Malstifte : der "China-Marker"

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Weicher Wachsmarker zum Zeichnen und Markieren selbst glatter Oberflächen wie Glas, Porzellan, Plastik usw. (Dank abreissbarer Wickeltechnik mit Papier und Faden ist kein Spitzen notwendig)

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